Die wissenschaftliche Begleitung des NaPA-Projektes wurde von einem Team des LIB unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Scherber durchgeführt. Über 40 Praktikant:innen, Hilfskräfte und Studierende unterstützten bei Feldfahrten, Probenbearbeitung und -bestimmung. Das Projekt hat insgesamt 10 Projekt-, Bachelor- und Masterarbeiten ermöglicht. Eine Doktorarbeit ist derzeit noch in Bearbeitung.
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Über das LIB
Das Leibniz Institutes zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) entstand 2021 aus der Fusion des Zentrum für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg mit dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander König in Bonn. Kernaufgabe des LIB ist es, den globalen Biodiversitätswandel standortübergreifend zu erforschen und die Erkenntnisse in die breite Gesellschaft zu tragen. Das Zentrum für Biodiversitätsmonitoring (ZBM) ist eines der Forschungszentren des LIB
Aufgaben des LIB im Projekt
Die Arbeit des LIB bestand in der Planung und Betreuung der im Projekt angelegten Feldversuche. Auf den 19 Projektstandorten wurden Agrarflächen mit und ohne Blühstreifen auf ihre Tier-Biodiversität hin untersucht – in Abständen von 0, 10, 50 und 100 Metern vom Ackerrand. Im Fokus stand das Monitoring von Fluginsekten, Bodenarthropoden und Bodenmesofauna. Ergänzend wurden neue Technologien eingesetzt: akustisches Vogelmonitoring identifizierte 117 Vogelarten, KI-gestützte Methoden ermöglichten die Analyse der Bodenfauna. Vegetation, Bodennährstoffe und organische Bodensubstanz wurden ebenfalls erfasst.
Ganzjähriges Insekten Monitoring
Die Erfassung der Arthropoden (Gliederfüßer) Vielfalt im NaPA-Projekt fand mit unterschiedlichen Technologien statt. Flügelfallen (Vane-Traps), welche primär für das Fangen von fliegenden Insekten wie Bienen, Käfern und Fliegen eingesetzt wurden, standen ganzjährig auf den Agrarflächen und in den Blühstreifen. Von April bis Oktober fand eine wöchentliche Leerung der Fangbehälter durch die teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe statt. Dies lieferte ein detailliertes Bild des Insektenvorkommens und der Insektenaktivität im zeitlichen Jahresverlauf.
Trichter-Fallen
Mit Trichter-Fallen (Barber-Fallen/Pitfall-Traps) wurden wirbellose Tiere wie Spinnen und Käfer gefangen. Diese Fallensysteme wurden im Abstand von 8 Wochen auf den Agrarflächen und in den Blühflächen installiert und nach einigen Tagen von den Landwirt:innen wieder entfernt. Ein Drahtgeflecht verhinderte Beifang, ein Regendach schützte vor Überlaufen. Mit diesen Fallen konnten vor allem Laufkäfer und Spinnen, welche nützliche Funktionen in der Schädlingskontrolle spielen, erfasst werden.
MacFadyen Bodenproben
MacFadyen Bodenproben (ca. 200 cm³) halfen zu verstehen, welchen Einfluss Maßnahmen auf Kleinstlebewesen im Boden haben. Diese Beprobung fand parallel zum Einsatz der Trichterfallen statt und ermöglichte die Untersuchung der Zusammensetzung und Häufigkeit der Bodenmesofauna (0,3–1 mm Körpergröße) – vor allem Springschwänze und Milben als wichtige Zersetzer im Boden.
Bearbeitung und Auswertung der Proben
Im NaPA-Projekt fielen über drei Jahre tausende Proben an – bearbeitet und ausgewertet am LIB. Die Flügelfallen (Vane Traps) lieferten nahezu 10.000 Probenflaschen, davon waren über 91% auswertbar – eine in Praxisprojekten dieser Größenordnung einzigartige Erfolgsquote. Die Trichterfallen (Pitfall Traps) ergaben aus fast 1.000 gesetzten Fallen rund 970 auswertbare Proben – eine Erfolgsquote von 97%. Dazu kamen MacFadyen-Bodenkernproben aus allen drei Jahren. In den Fallen wurden insgesamt über 380.000 Tiere gezählt. Diese außergewöhnliche Datenqualität wäre ohne das wöchentliche Engagement der teilnehmenden Landwirt:innen nicht möglich gewesen – sie waren nicht nur Probennehmer, sondern aktive Mitgestalter des Projekts.